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26. Mai 2008

Buchexcerpt mit zahlreichen Anmerkungen

Buchtitel: Schick keine Enten in die Adlerschule
Autor: Frank Mc Nair

Ein Buch für Manager mit einigen wichtigen Leitsätzen über den Umgang mit den Mitarbeitern für höhere Effizienz und Effektivität.

Eine kleine Zusammenfassung der Aussagen und Kernsätze aus diesem Buch. Allerdings ergänzt mit Hinweisen aus meinem Erfahrungsschatz.

Hinweise erkennen:

Im Normalfall gibt es immer Hinweise, bevor man in Probleme gerät. Was gemeint ist, ist dass man sich immer wieder hinsetzt und überlegt, welche Hinweise es auf die einzelnen Fälle, Risiken geben könnte. Wenn man diese mal angedacht hat, fallen Sie einem auf. Denn man sieht nur, was man kennt.

Tagesgeschäft:

Das Tagesgeschäft nimmt einen zu häufig gefangen, so dass man die Änderungen im Umfeld nicht erkennt. Eine Personalmanager hat mir mal gesagt: Jeder Tag braucht ein paar Minuten in denen man zurücktritt. Man schiebt den Stuhl einiges vom Schreibtisch weg und betrachtet sein Tun und seine Umgebung aus dieser „Distanz“. (Danke dafür.)

Man braucht Visionen und Strategien, darf aber dabei nicht vergessen diese von Zeit zu Zeit an die Änderungen in der Umwelt anzupassen. ABER: zu häufige Wechsel verwirren.

Flexible Pläne, Ziele:

Pläne sind flexibel auszulegen, so dass Sie jederzeit anpassbar sind. Bei der Planung die Mitarbeiter entsprechend zu involvieren erhöht die Motivation entscheidend.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Projektmitglieder viel engagierter sind, wenn man sie von Anbeginn an involviert und sie an der Zielformulierung mitarbeiten lässt.

Immer wichtig: Wo startet die Reise und wohin geht sie?

Man kann Ziele nur treffen, wenn man sie sehen kann. Alles andere frustriert.

Hierzu eine Beispiel aus der Literatur: (Ich weiß leider nicht mehr von wem.)
Frage an einen Steinmetz: „Was tun Sie hier?“

A) „Ich behaue einen Stein“
B) „Ich helfe beim Bau einer der größten Kirchen in der Region“

Welche Antwort zeigt wohl die größere Motivation?
Wie muss also die Zielvorgabe aussehen?

Und:

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man ganze (IT-)Projekte erfolgreich fahren kann, wenn man tatsächlich ein einziges Bild des Ziels von Anfang bis Ende benutzt. Es ist dann allen vertraut, ist die gemeinsame Gesprächsbasis und kann immer wieder angepasst werden. Die Anpassungen können gerne von Hand in dem Plakat gemacht werden.

Eine Planung verhindert eine schlechte Abwicklung.

Ziele müssen SMART sein:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Erreichbar
  • Relevant
  • Terminiert

Zwischentermine als wichtiges Mittel zur Überwachung und Früherkennung von Problemen.

Engagement, Motivation:

Engagement ist das, was letztendlich zum Erfolg führt.

“Gehorsam kann man erzwingen, Engagement muss man sich verdienen!“

Motivieren tun sich die Mitarbeiter selbst, man hat als Manager das entsprechende Umfeld und Situationen zu schaffen.

Ich habe mich selbst als Manager immer für denjenigen betrachtet, der die Steine wegrollt. Steine, die im Weg liegen.

UND immer wieder zuhören, denn jeder Mitarbeiter sagt für was (für welchen Lohn) er empfänglich ist. Jeder reagiert auf eine andere Währung. Diese Währung ist zu benutzen, wenn man belohnt. Ein Wertung der Währung hat zu unterbleiben.

Ich hatte Mitarbeiter, die Freizeit, Anerkennung, Luxus, Verantwortung, Überstunden und und und als Währung hatten.

Es existiert ein Konto der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Einzahlungen und Auszahlungen sind äußerst subjektiv! Der „Chef“ zahlt immer als Erster ein!

„Mitarbeiter sind motiviert, wenn sie glauben, dass ihr Versuch (Bemühung) auch von Erfolg gekrönt sein wird (Leistung) und belohnt werden wird (Belohnung). UND sie glauben, dass sie, wenn sie keinen Erfolg haben (keine Leistung), die Folgen tragen müssen (Konsequenz), und dass die Konsequenzen so hart sein werden, dass es sich lohnt, diese zu vermeiden.“

Generell ist die Führung mit Lob und Anerkennung erfolgversprechend, aber es gibt, wenn auch selten, Typen die auf die Peitsche reagieren.

Lernstile:

Man kann verschiedene Typen bzgl. des Lernverhaltens unterscheiden:

  • Lernen durch eigenes Sprechen bzw. durch Weitervermittlung
  • Lernen durch Anfassen bzw. eigenes Tun
  • Lernen durch Zuhören
  • Lernen durch Sehen (fotogr. Gedächtnis, lesen, …)

Prüfen Sie sich selbst und Ihre Mitarbeiter, indem Sie beobachten. Welche Lerntypen sind vertreten? 

Ich für mich, habe meinen Lernstil erkannt. Ich lese extrem viel und kann das Meiste gut behalten. Wenn ich dieses dann aber wiedergebe (so wie hier), dann ist es richtig gut verankert.

Arbeitseinsatz, -einstellung und WorklifeBalance:

Zum Nachdenken: Der einzigste Mensch, der sich in 20 Jahren noch daran erinnert, dass Sie auf Ihren Urlaub verzichtet haben, sind Sie und Ihre Familie.

Der Führungsstil prägt die Mannschaft und das Betriebsklima. Der Vorgesetzte ist Bindeglied zwischen Unternehmen und Mitarbeitern.
Sehr empfehlenswertes Buch: „Fish“

Ein Chef kann nicht gewinnen, wenn seine Leute verlieren.

Die besten Führer sind die, die dienen können.

Hardliner oder netter Kerl; Bleiben Sie sich treu.

Wenn Sie Höchstleistungen fordern, dann werden manche das Handtuch werfen, andere wir es weiterbringen. Das Unternehmen wird in jedem Fall profitieren.

Höchstleistungen ja, aber nicht auf Dauer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man durchaus im Rahmen eines Projektes einige Monate Höchstleistungen verlangen kann und soll. Auf Dauer geht es nicht. Die Grenze würde ich bei 6 bis 8 Monaten ziehen. Dann müssen einfach ein paar Wochen möglich sein, in denen sich die Einzelnen regenerieren können, nach Ihrer Gesundheit, Familie und dem Umfeld sehen können.

Grundlagen für Manager:

Menschenführung ist richtige Arbeit!

Taten nicht Worte!

Nicht jeder ist in Ihrem Haus aufgewachsen!!!

Dies wurde durchaus zu einem meiner Leitsprüche, denn setzen Sie niemals voraus, dass der andere die gleichen Werte, die gleiche Meinung, das gleiche Verständnis (auch Worte, Redewendungen u.s.w.) und die gleiche Währung hat, wie Sie selbst!!!

„Gesunder Menschenverstand und Allgemeinbildung sind heutzutage seltener anzutreffen, als man glaubt.“

ACHTUNG: Sie bekommen immer nur das, was Sie zählen.

Wenn Sie also Zielvorgaben geben, dann überlegen Sie bitte genau, was Sie zählen. Ist dies wirklich ein Indikator für die Zielerreichung und dies auch im Sinne der Unternehmung. Z. B. die Unternehmung krankt, wenn die Anzahl der Kundentelefonate je Zeiteinheit gezählt wird. Dies führt zwar zu einer geringen Besetzung des Call-Centers, aber auch zum „Abspeisen“ der Kunden. Wenn Ihre Kunden sich schon mal die Zeit nehmen mit Ihnen zu sprechen, egal aus welchem Grund, dann nutzen Sie diese Zeit.

Alle werden Ihre Erwartungen nur ernst nehmen, wenn Sie das Ergebnis auch prüfen!

Feedback:

  1. Positives Feedback verstärkt, negatives Feedback löscht! ABER:
  2. Positives ohne positives Feedback verliert sich!
  3. Negatives ohne negatives Feedback verstärkt sich!
  4. Feedback ist zwingend erforderlich!!!
  5. Feedback erfolgt sofort, objektiv, nachvollziehbar, nicht bedrohlich und ermutigend!

Selbstmanagement: Nehmen Sie sich immer wieder zurück und wenden Sie all die Methoden und Erkenntnisse auch auf sich selbst an.

Probleme leben in der Vergangenheit, Lösungen in der Zukunft! Orientieren Sie sich stets an Lösungen, konzentrieren Sie sich auf positive Ergebnisse.

Je wütender, desto dümmer wird man!       Das Reptiliengehirn schlägt zu!

Dazu auch: Unter Stress greifen wir auf alte (bequeme, vertraute) Verhaltensweisen zurück.

Das ist etwas ganz furchbares. Ich hasse dieses anscheinend bei uns fest programmierte Verhalten. Man kann durch Logik seine Arbeitsweise immer wieder verfeinern und verbessern. Wenn man aber unter Stress gerät, dann wirft man idiotischerweise diese Errungenschaften wieder über Bord und arbeitet wie zuvor. Kaum einer scheint davor gefeit zu sein.

Fragen Sie sich: „Wollen Sie einen Streit gewinnen oder ein Problem lösen?“

Freunde kommen und gehen. Feinde werden immer zahlreicher!
Aber es heißt auch: „Ein Feind bringt Dich weiter, als 10 Freunde!“

Man stolpert nicht über das, was man nicht weiß, sondern über das was man meint zu wissen!
Auch das wurde einer meiner Leitsätze! Vermeintliches Wissen, Halbwissen sind gefährliche Partner!

Wenn Sie weiterhin das tun, was Sie bisher immer getan haben, werden Sie auch nur das erreichen, was Sie schon immer erreicht haben.

„Eselsbrücken:“

für den Aufbau von Wissensvermittlung:
COACH:

  • Content: Inhalt und Warum
  • Organisation: Reihenfolge
  • Approach: Methode der Vermittlung (siehe Lerntypen)
  • Candidate: Mitbestimmung, Mitplanung der Teilnehmer
    • Für höhere Motivation
    • Für Anpassung an deren Möglichkeiten
    • Für Nutzung derer Erfahrungen
  • Headlines: Merksätze, Sinnsprüche verwenden

Für den Erfolg in der Mitarbeiterführung:

  • Sag mir, was man erwartet
  • Gib mir die Gelegenheit
  • Sag mir, ob ich Fortschritte mache
  • Gib mir die Führung, die ICH brauche
     siehe hierzu auch: situative Führungsmethode
  • Belohne mich gemäß Beitrag

Peter Leins:

Dies sind die Kernaussagen aus einem Buch, welches ich jedem Manager wärmstens ans Herz legen will. Wahrscheinlich sind noch viel, viel mehr Aussagen enthalten, die mir aber selbst nicht so aufgefallen sind, da ich sie vielleicht ablehne, für absolut selbstverständlich halte, oder …

Lesen Sie dieses Buch, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben. Ich bin mir sicher, dass es Sie weiterbringen wird.

Ihr Peter Leins